Geschichte der Wehr

Seit 1884 Freiwillige Feuerwehr Großenaspe

 

 

Aus der Festschrift 110 Jahre freiwillige Feuerwehr Großenaspe

Vor nunmehr 110 Jahren, am 10. Mai 1884, wurde vom damaligen Ortsvorsteher H. Stölting eine Versammlung in die heutige Gaststätte Timm zwecks Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr einberufen.

Nachdem ein Normalstatut verlesen war, meldeten sich 37 Mann zum aktiven Dienst, 7 Personen wurden passive Mitglieder. Zum Hauptmann wurde G. Heinicke, Stellvertreter H. Hamann, Schriftführer und Kassierer J. H. Otto, Abteilungsführer J. Wittorf und J. D. Tensfeldt gewählt. Eine Sammlung ergab ein Startkapital von 98,- RM. Die erste Generalversammlung fand schon am 16. Mai 1884 statt. Am 13. Juli 1884 wurde der Vorstand von der Königlichen Kirchspielvogtei Neumünster bestätigt und vereidigt. Noch im gleichen Jahr meldeten sich weitere 12 Aktive und 32 Passive. Zum Schutz der damals vorhandenen 112 Wohnhäuser mit ca. 900 Bewohnern stand also eine stattliche Schutzmacht bereit, die schon damals mit zwei Spritzen ausgerüstet war.

Unser Motto: Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr.

Unsere Grundsätze: Freiwilligkeit, Disziplin und Kameradschaft


Werte, die eine Wehr stark machen und jung erhalten. Freiwillige waren sie alle, die 429 Aktiven, die den Gründern in 110 Jahren folgten, die zahlreichen Passiven, die auf ihre Weise der guten Sache dienten. Disziplin mussten alle wahren, sollte der Erfolg gewährleistet sein. Kameradschaft aber macht dies alles erst möglich! Kameradschaft muss gepflegt werden und dazu trägt die Musik bei. So ist es nicht verwunderlich, dass bereits am 22.11.1885 ein Musikkorps ins Leben gerufen wurde. Nein Kameraden wurden von Kapellmeister Beeck ausgebildet.

Seit 1887 gibt es einen Musikzug, der erst durch den Krieg klanglos verschwand. Doch auch im Ernstfall musste die Wehr sich bald bewähren. 1885 brannte es zweimal. 1888 war der erste Großbrand. 1891 folgten dann eine wahre Brandkatastrophe: Es brannten damals 9 Gebäude ab, weitere 14 stark gefährdete Gebäude wurden mit Hilfe der Nachbarwehren aus Bimöhlen, Boostedt und Wiemersdorf vor den Flammen bewahrt. Auch in den folgenden Jahren gab es für die Feuerwehr reichlich zu tun. Im Jahre 1910 fielen 7 Gebäude dem „Roten Hahn“ zum Opfer. Auch hier waren die Nachbarwehren mit zur Stelle. Andererseits hatte auch unsere Wehr häufig Gelegenheit, in den Nachbardörfern Hilfe zu leisten. Im zweiten Weltkrieg gab es zahlreiche Angriffe nach Bombenangriffen, vor allem in Kiel und Neumünster. Am Ende war vieles zerstört, nicht aber der Geist der Freiwilligen Feuerwehr. Am 9.5.1948 fand die erste Generalversammlung nach dem Krieg statt. Fünf Tage später war bereits die erste Übung! Und wiederum: ein Jahr danach, am 15.5.1949 wird beschlossen, eine Feuerwehrkapelle ins Leben zu rufen. Im November 1950 wurde bereits das erste öffentliche Konzert von der neu gegründeten  Kapelle gegeben, dem dann im Laufe der Jahre unzählige folgen sollten.

Natürlich gab und gibt es weitere wichtige Daten und Ereignisse für unsere Wehr. Zum Beispiel die Elektrifizierung einer Spritze im Eigenbau in den 20er Jahren. 1934 wurde eine Amtswehr aus den Wehren Großenaspe, Brokenlande, Latendorf und Heidmühlen gebildet. Nach dem Krieg waren Heidmühlen und Großenaspe zu einer Amtswehr zusammengeschlossen, bis das Amt Großenaspe aufgelöst wurde. Am 14. April 1970 wurde Großenaspe in die Amtswehr Bad Bramstedt-Land aufgenommen. Nach der ersten Motorisierung mit der umgebauten Handspritze folgten dann endlich die Ausrüstung mit einer „TSA“ (eine TS8 im Anhänger) im Jahre 1941. Am 2. Januar 1961 war dann die Übergabe eines „TSF“. Ein neues Feuerwehrhaus wurde gebaut und am 12. Oktober 1968 eingeweiht.

Nun war auch Platz für ein schweres „LF8“, welches am 17. Oktober 1979 Unterstützung durch das „TSF“ und am 10. Mai 1985 durch ein gebrauchtes „TLF8“, ein Geschenk der Gemeinde zum 100-jährigen Bestehen der Wehr, erhielt. Seit dieser Zeit mussten sich drei Fahrzeuge nur zwei Stellplätze in der Halle im Feuerwehrhaus teilen. Nach langer Planung konnte der An- und Umbau des Gerätehauses im Sommer 1993 begonnen werden. Das Richtfest fand am 11. März 1994 statt.

Das TLF8 wurde im Jahr 1998 durch ein modernes TLF16/25 ersetzt. Dieses ist unser wichtigstes Einsatzfahrzeug und ermöglicht es uns schnell und umfassend zu helfen. Am TSF ging der Zahn der Zeit auch nicht vorüber. So wurde es 2005 durch ein neues TSF ersetzt. Unser großes LF8 ist mitlerweile über 34 Jahre alt und es wurde bereits die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeuges LF10/6 in Angriff genommen. Die Modernisierung blieb natürlich nicht auf die Fahrzeuge beschränkt.

Eine komplette Funkausrüstung (4 Meter- und 2 Meterband) gehört heute ebenso zum „Handwerkszeug“ der Wehr wie das schwere Atemschutzgerät, zwei Stromaggregate, hydraulische Rettungsgeräte, Mehrzweckzug, Tauchpumpe und Kettensägen. Immer umfangreicher werden die Gefahren für die Allgemeinheit und für den einzelnen Bürger. Damit wachsen auch die Aufgaben der Feuerwehren und bestimmen die Ausrüstung und die Ausbildung der Feuerwehrkameraden. Oftmals musste das Wissen und Können im Einsatz bei technischen Hilfeleistungen und Brandfällen unter Beweis gestellt werden, wie die folgende kurze Übersicht über die letzten Jahre zeigt:
 

 


1984-1985:4 technische Hilfeleistungen, 8 Brandeinsätze, insbesondere der Brand bei H. J. Asbahr gegenüber der Kirche im Heimühler Weg am 7.5.1985 veränderte das Dorfbild.

1985-1986:7 technische Hilfeleistungen, 7 Brände – unter anderem in der Hauptstraße bei E. Rohwedder am 23.3.1986.

1986-1987:11 technische Hilfeleistungen, 7 Brände – unter anderem am 14.9.1986 bei W. Köhnke in der Brokenlander Straße und am 3.7.1986 bei K.-H. Schümann im Höpenredder.

1987-1988:4 technische Hilfeleistungen, 3 Brände.

1988-1989:2 KFZ-Brände, 1 Großfeuer auf dem Oberhof.

1989-1990:6 technische Hilfeleistungen, 8 Brandeinsätze

1990-1991:8 technische Hilfeleistungen, 5 Brandeinsätze

1991-1992:7 technische Hilfeleistungen, 5 Brandeinsätze

1992-1993:
ein trockener, teilweise warmer Sommer führt zu 9 Brandeinsätzen, darunter ausgedehnte Flächenbrände im Großenasper Feld vom 26.6. bis 30.6.1992, am 5.8.1992 Wirtschaftsgebäude auf dem Hof Asbahr im Scheeperredder und am 28.8.1992 auf dem Hof Tautrims in der Bimöhler Straße.

1993-1994:

9 technische Hilfeleistungen – am 26.7.1993 stürzten zahlreiche Bäume  bei einer Windhose auf die Kreisstraße nach Brokenlande und auf die Bundesstraße4 zwischen Brokenlande und Wiemersdorf, am 15.9.1993 geriet eine Kuhherde unter einen Triebwagen der AKN-, 4 Brandeinsätze, darunter am 1.9.1993 ein Großfeuer in der Mitte des Dorfes dem die Wirtschaftsgebäude des Hofes J. Stölting in der Schulstraße zum Opfer fielen.

 

Die Kameraden der Wehr stellten sich auch einer freiwilligen Leistungsbewertung. Am 9. Oktober 1981 wurde das Feuerwehrbeil in Bronze erworben und am 25. September 1983 bestand unsere Wehr als zweite Wehr m Kreisfeuerwehrverband Segeberg die Prüfungen für das „Silberne Beil“ mit gutem Erfolg.

 

Doch auch das Vergnügen kam bei den Kameraden nicht zu kurz! Konzerte, Theaterabende, der Tanz in den Mai und der Grillabend sind dank der erfolgreichen Arbeit des Festausschusses unter der Leitung von Rüdiger Döring fester Bestandteil des „Wehrlebens“ geworden, genau so wie das „Grünkohlessen“. Die Jubiläen für 70, 75, 80, 85, 90 und 100 wurden jeweils in besonderer Weise im Rahmen großer Zeltfeste begangen und sind vielen Kameraden in guter Erinnerung geblieben. Vom 10.-13. Mai 1984 fand der Kreisfeuerwehrverbandstag anlässlich unserer 100 Jahrfeier in Großenaspe statt. Neben eindrucksvollen Vorführungen der Wehren wurden verschiedene Bergungs- und Rettungsmöglichkeiten mit großem Gerät demonstriert. Bei solchen Gelegenheiten wird stets das von Hans Schirrmacher geschriebene und der Wehr gewidmete Lied „Wasser marsch“ gespielt. Am 6. Mai 1983 war die feierliche Uraufführung vom „Feuerwehrmarsch Großenaspe“, eine Komposition des langjährigen Dirigenten Werner Thieler, der diesen Marsch der Wehr Großenaspe widmete und der am 19. Mai 1985 in großem Rahmen verabschiedet wurde. Der Musikzug feierte im November 2000 sein 50jähriges Jubiläum.

 

Die Freiwillige Feuerwehr Großenaspe besteht jetzt 123 Jahre, und dabei ist sie jung und aktiv geblieben! Das beweisen 59 aktive Kameradinnen und Kameraden in drei Löschgruppen, 22  Kameradinnen und Kameraden im Musikzug, 18 Mitglirder in der Jugendabteilung, 29 Ehrenmitglieder und nahezu 300 passive Mitglieder in der Gemeinde. Bereits seit vielen Jahren unterhält die Freiwillige Feuerwehr eine Kameradschaftskasse, die durch die Jahresbeiträge gefüllt wird.

 

Hierfür bedanken sich die Großenasper Blauröcke an dieser Stelle recht herzlich.

 

Zweck dieser Kameradschaftskasse liegt in der Förderung der Kameradschaft, die die Grundlage für gegenseitiges Vertrauen bildet. Diese beiden Werte sind die Stützen des Feuerwehrmannes im Einsatzfall, bei dem er sein Leben und seine Gesundheit in die Hände seiner Kameraden legt. Je besser die Kameradschaft ist, desto größer ist das Vertrauen. Kameradschaft muss gefördert werden, und eben aus diesem Grund werden aus der Kasse der Freiwilligen Feuerwehr Maßnahmen bezuschusst, die diesem Zweck dienen.

 

Wir rufen hiermit alle Großenasper Bürger auf, die noch kein förderndes Mitglied der Feuerwehr sind, Mitglied unserer örtlichen Freiwilligen Feuerwehr zu werden. Aber auch wer bereits jahrelanges Mitglied bei uns ist, hat die Möglichkeit, durch diesen Vordruck seinen Beitrag zu erhöhen, denn gemäß Vorstandsbeschluss werde die Beiträge von passiven Mitgliedern nicht zwangsweise, sondern nur auf freiwilliger Basis erhöht.

 

Also! Vordruck ausfüllen und einem Blaurock aus der Nachbarschaft geben.